Themenworkshop am 22. Juni 2013 von 10 – 13 Uhr: Das vitale Zentrum – Weite, Öffnung und Beweglichkeit im Brustkorb

Ein Ausblick auf Mehr

Wo soll ich bei diesem Thema anfangen? Zum Brustkorb gibt es einfach so viel zu sagen und natürlich zu üben. Fangen wir doch einfach bei den guten alten Rückenschmerzen an. Schmerzen im Rücken sind geradezu gemein, denn sie legen sich hinterhältig auf das Gemüt und alles, was zu tun ist, fällt einem doppelt schwer. Außerdem sitzen sie nicht immer gleich dort, wo es zu erwarten wäre: Das Kribbeln in den kleinen Fingern, das Ziehen in den Beinen oder Taubheit im kleinen Zeh, bis hin zu stechendem Zwicken in den Hüften oder Schwierigkeiten bei der Atmung … die Liste ist lang und da sind wir noch nicht beim Schlimmsten angekommen. Überhaupt: Was haben diese Schmerzen oder Fühligkeiten an allen anderen Ecken und Enden mit dem Rücken zu tun? Wie gesagt, Rückenschmerzen sind gemein, sie strahlen gerne in andere Körperteile aus und wir können nicht mehr den eigentlichen Verursacher des Schmerzes erkennen. Doch darum geht es, um das Erkennen. Im Wort Erkennen liegt so viel mehr: Kennenlernen und Erkenntnis. Nicht ohne Grund fällt mir an dieser Stelle B.K.S. Iyengars viel zitierte und oft missverstandene Aussage „Der Schmerz ist dein Meister“ ein. Das ruft zuerst alle möglichen Assoziationen auf den Plan, doch sollte uns ein solcher Satz eines so großen Yoga-Meisters aufhorchen lassen.

Der Schmerz ist in zweierlei Hinsicht dein Meister. Tut es irgendwo weh, ist die erste Strategie die Vermeidung. Meide den Schmerz, geh da lieber nicht hin; das ist die erste spontane Reaktion auf Schmerz. Auf diese Weise geben wir dem Schmerz freie Hand und gehen dem nicht in bester hermeneutischer Manier nach: Was will uns der Schmerz damit sagen? Fangen wir jedoch an, den Schmerz kennen zu lernen, gehen immer wieder zum Schmerz, betrachten ihn, heute etwas weniger, morgen sieht es anders aus, so können wir lernen, ihn einzuschätzen. Der Schmerz wird dann auf andere Art und Weise dein Meister, denn nun kann er dir den Weg zeigen zu einem besseren Umgang mit ihm und – mit dir selbst. Das Üben von Asanas ist ein ausgezeichneter Weg, um sich behutsam an Schmerzpunkte heranzuwagen. Der Weg ist nicht leicht, aber die Aussicht auf – nennen wir es doch einfach – Emanzipation ist die bessere. Der langen Rede kurzer Sinn: Die Brustwirbelsäule ist so ein Verursacher von Schmerz, den wir vorerst nicht unmittelbar in der Brustwirbelsäule und ihren angerenzenden Regionen wahrnehmen. Dorthin zu gelangen ist gar nicht so einfach, aber am Samstag, den 22. Juni 2013 von 10 – 13 Uhr gehen wir im nächsten manas & prana Themenworkshop einen großen Schritt auf diese Bereiche zu. Das vitale Zentrum – Weite, Öffnung und Beweglichkeit im Brustkorb. Mehr muss ich eigentlich nicht schreiben. Mehr gibt es am nächsten Samstag.